Tag 17 (12.07.12) 12 Stücke sind ausgesucht

Album Folder Langsam schippert der Kahn vor sich hin. In den letzen Tagen habe ich nicht wirklich viel produktives machen können für die Platte. Zuviele andere Dinge dich wichtiger waren. Wegen Butterbrot einkaufen, etc. Vorgestern und Gestern habe ich es endlich geschafft eine schöne Vorauswahl der verschieden Songprojekte zu treffen. Jetzt kommt da System rein. Vor allem formt sich das der datenwust vor meinem geistigen Auge zu einem schönen Ungetüm. Also vor allem schön. Viel leiblicher als gedacht. Ich stelle fest das hauptsächlich positive Worte die Arbeitstitel zieren. Das hat Gestern Abend nochmal ’nen richtigen Auftrieb gebracht. Wirds nun doch weniger Gitarre? das wird man noch sehen. Es ist noch sehr viel zu tun. Alles mus arrangiert werden. Viele „Stücke“ bestehen bisher nur aus einem einzenlnen Pattern und der Idee zum Song. Dann muss noch eingebrüllt werden. Akustik Gitarren und Percussions müssen aufgenommen werden. All sowas setht noch an.
Ein Song fehlt noch. Den finde ich nicht. Manchmal speichert man ja den ganzen Shit irgendwie total blöd an Orte die man die wieder findet.

Die Sache mit dem Tinnitus

Vor nunmehr 3 Jahren hatte ich einen schlimmen Gehörsturz. Nicht so in der Art das man morgens nach der Disco feststellt die Ohren pfeifen. Es war so daß ich durch eine Art Unfall der sich nicht mehr rekonstruieren lässt, taub war. Es ist möglicherweise Flüssigkeit an Stellen ins Ohr gelangt wo keine hin darf. Und seit dem habe ich einen Tinnitus der an machen Tagen so laut ist wie ein bremsender Zug am Gleis direkt vor deiner Nase. Ich habe die vergangenen Jahre gehofft er würde verschwinden. Teilweise tat er das auch. Aber es kommt eben immer wieder und das schlimmste bei der Sache ist. Ich habe höllische Angst davor es könnte noch schlimmer werden. Das wiederum verstärkt dann wieder den Stress und der Stress macht den Tinnitus noch lauter. Schlimmer als die bis 70dB lauten, schrillen, dissonanten Frequenzmodulationen zwischen 3 und 8 kHz sind eigentlich die Ohrenschmerzen die damit verbuden sind. Immer wenn ich lauter als Zimmerlautstärke Musik höre, oder wenn schlechtes Wetter herein kommt oder wenn Heuschnupfensaison ist, dann ist es wie eine Mittelohrenzüdnung. Dazu kommt auch noch Hyperakusis. Man kann sich das ohne Übertreibung in etwa so vorstellen: raschelnde Blätter an einem Bambusstrauch klingen für mich, wenn ein schlechter Tag ist, so als ob man einen Sack voll mit Glasscherben zwischen Mühlsteinen zermürbt. An guten Tagen kann ich sehr gut hören und auch gut arbeiten, aber an schlechten Tagen muss ich machnal vor Schmerzen einfach kotzen. Nach dem Kotezn geht’s dann für ne Weile besser.

Alle die sich gefragt haben warum Plemo sowie Plemo and Rampue nicht mehr auftreten. Das ist der hauptsächliche Grund.
Immer wieder mache ich den Fehler und sage einzelne Shows zu weil ich gutgläubig bin und denke es wird schon gehen. Am Ende muss ich dann den blöden Gang machen und diese Sachen auf die ich mich wirklich freue absagen. Genauso wie zuletzt die 40 Jahr Feier des Epplehaus. Vor allem dort hat es mir unendlich Leid getan weil ich den Laden mit seinen Leuten so sehr schätze.

Ich habe mir mit der Musik meinen Traum erfüllt und ich habe gegen das Anraten von „fast Allen“ immer weiter gemacht und es geschafft von der Musik zu leben. Ein zweites Standbein habe ich mir nicht aufgebaut. Ich habe nur mein kleines Tonstudio und eben Plemo. Nun betreue ich das Label UAE! Auf die Weise kann ich nahe dran bleiben. Ich produziere auch als Plemo irgdwie weiter weil ich eben einfach keinen Bock habe mich von den Ohren in die Knie zwingen zu lassen.

Es ist mir auch klar daß ich selber Schuld bin an der Situation. 3 Jahre Ausbildung zum Tischler. Immer ohne Gehörschutz. Das wurde halt auch geächtet wenn man als Lehrling Gehörschutz trug. Nicht hart genug und man konnte die Kollegen nicht hören. Na, und dann immer Proben mit der Band im kleinen Proberaum. 10 Jahre lang Arbeit als Live Tontechniker, und im Studio Schlagzeuge Mikrophonieren. Außerdem lauteste Monitore der Welt bei Plemo Shows. Ich habe das absolut selber zu verantworten. Auch ohne diese komische Unfallsituation wäre das früher oder später ähnlich gekommen. Wahrscheinlich ist sogar beides gleichermaßen für die jetzige Situation verantwortlich. Aber ungeil ist es dennoch.

Genau aus dem Grund muss ich immer wieder andere Leute und mich selber enttäuschen. Ich hoffe ich schaffe es bis November meine Platte fertig zu bekommen. Ich will dieses Hörsturz Ding einfach fertig machen. Sämtliche ärztliche Therapien haben gebracht mit der Sache leben zu können. Aber besser gemacht haben sie das Akustische- und Schmerzproblem nicht.

Ich will nicht jammern, nur einmal ordentlich sagen warum manches oft länger dauert und warum ich vieles gegen meinen Willen absagen muss.
Bis heute habe ich mich nicht getraut öffentlich darüber zu reden weil ich angst davor hatte das Vertrauen derer zu verlieren für die ich gearbeitet habe. Alles was ich noch gemacht habe und auch jetzt noch mache mache ich gewissenhaft und kann auch dafür garantieren das es der Qualität entspricht die ich abliefern will. Aber das geht eben nur an den „guten Tagen“.

Tag 11 (06.07.12) Graf­fi­ti-​Skate­board-​Hard­cor­e-​Hip­Hop-​Schr­ad­del-​Weekend-​JungPunks“ in der Zeitreisestadt Dortmund

Inspirationsgänge und die Einsicht daß elektronische Musik 2012 wesentlich zu einfach herzustellen ist

Spontane Kurzreise ins nahe Dortmund. Wer braucht schon Kreuzberg wenn Dortmund vor der Haustüre liegt? Diese Stadt ist wie ein Konserve. Manches ändert sich, natürlich. Aber ich finde direkt die „geheime“ Gratisparkzone nahe der Brückstrasse. Schon 1987/88 haben die, die schon Führerschein hatten dort geparkt und dieses Geheimwissen an uns Jung-Graffiti-Sk8board-Punks weitergegeben. Die Zeit ist dort stehen geblieben. wir parkten dort, schauten uns das Graffiti an der Schule an, welches nach 23 Jahren immer noch nahezu unverändert die DoGraffitiSchule Schulwand ziert. Die Farben sind vermutlich für die Zeit üblich teils Dupil Color und vorrangig Sparvar. Wetterseite und immer noch frisch. Geiler lack, ey. Naja, vor dort aus wie früher erst mal zum Ararat Grill. vor 25 Jahren aß ich dort meinen allerersten Döber. Möglicherweise war der Ararat Grill der erste Dönermann der gesamten Welt überhaupt. Und jetzt ist der immer noch neben dem Shop Intim der ebenfalls immer noch unverändert da liegt wie ein abgeschredderter Saloon im Western. Ararat, Lammfleisch am Start! und Chili Kerne zur zarten Verfeinerung. Das ist nicht scharf gewürt, das ist ein Rausch. Leider ist etwas weiter unten AraratGrill der sagenhafte Idiots Records Laden nicht mehr da. Der Laden von Sir Hannes Smith geführt war so etwas ähnliches wie der Laden von John Cusack in High Fidelity. Nur eben für uns jungen Graffiti-Skateboard-Hardcorde-HipHop-Schraddel-Weekend-Punks. Er hat schon gesehen das es uns ernst war und uns neben Slayer, Missfits und Pullermann auch auch eine Demo Kassette von Mucky Pup in den grünen Adidas Rucksack gesteckt. Daß Mucky Pup 2 Jahre später dann ziemlich steil gehen sollten war ihm offensichtlich schon klar. Auch daß diese CrossOver-Sache das neue Ding sein sollte.

Wir schlendern also den gesamten Samstag Nachmittag durch den Einkaufsbereich von Dortmund Cidday und wundern und über das extreem geschillte Tempo welches hier gegangen, gesessen und gearbeitet wird. Im dicken B rennen sie alle wie auf nem Ameisenhaufen wo ein Tannenzapfen drauf gefallen ist. In Do hat scheint man eher die Gelassenheit zu haben die man hat wenn alle Zapfen schon eingeschlagen sind und nun halt eben nichts mehr kommt. Love!
Während der Autofahrt haben wir aufgenommene Tapes von 1986 u. 87 gehört. Electric Caffe, und Boing Bum Tschak von Kraftwerk sind da drauf. Außerdem Don‘t give Up von Peter Gabriel und natürlich West End Girls und Suburbia von den per Shop Boys. Ist schon klar warum heute alles so ist wie es ist. Das haben die ja angezettelt die da vereint auf meine Teenager Gehrinzellen eintrommelt und gesungen haben. Der ganze Trip nach Dortmund war ein perfekte Reise in die Vergangenheit. Auf der Rückfahrt haben wir uns einfach gut gefühlt. Ein etwas wehmütiger Gedanke der sich nach all dem aber einstellte war einer den ich schon lange vor mir hin und her schaukele. Elektronische Musik 2012 so derart leicht herzustellen das es an Banalität kaum zu überbieten ist. Es ist einfach keine Herausforderung, und inspirierende Zufallsergebnisse sind eher selten und mehr „Klickerkram“ als ein Einschaltfunke der den Oszillator verstimmt hat. Wenn einer versteht was ich meine soll er sich bitte melden. ich mache einen Track mit dir. Mit ’nem Laptop zu musizieren ist so beliebig. Nichts zwingt dich zu etwas, man muss keine Kompromisse eingehen, du hast alle Möglichkeiten und die Unerschöpflichkeit der Möglichkeiten verleitet einen zu ständig neunen und immer noch „geileren“ Sachen die aber eben jeder machen kann. Mein Poly61 klang in meiner 2. Wohnung in Kassel am besten. Dort gab es auch sehr interessantes Netzbrummen von deutlich unter 50Hz aus der Dose aber eine Masse war in dem Haus nicht angeschlossen. Dafür waren es auch einfach ein paar Volt und Ampere weniger und einige Teile rannten eben nicht auf vollem Saft was die Angelegenheit etwas „eierig“ machte. Ey, ich meine das ist doch logisch daß ich versuche meinem beknackten AluminiumComputer so etwas beizubringen. Und dann muss das auch noch Popmusik sein. Und die soll eingefleischten Gitarrenpunk Fans genauso gefallen wie Orbital Fans und OMD Freaks. Das ist mein Anspruch. Ob ich es jemals schaffen werde dem gerecht zu werden bleibt meine große Frage. Die Musik die ich machen will kann man glaub ich gar nicht machen ohne das sie total krude würde. Das ist seit 10 Jahren immer wieder einen Versuch wert.

Tag 11 (06.07.12) Endlich ist das Wetter wieder schlechter

Daß ich so etwas mal sagen würde. Ich in doch schon extrem gutwetterabhängig. Aber andererseits hält mich dieses Granatenwetter doch zu sehr vom musizieren ab. So als Studioaffe verpasst man die Sommer immer weil Bands gern im Sommerloch ihre Platten bauen um sie dann in der „kauf-aktiven“ Zeit Herbst, Winter, Frühling präsentieren zu können. Ich mache da nicht mehr mit. Wenn das Wetter geil ist muss man nach draußen sofern es das Konto zulässt. 10 Sommer schon komplett schwitzend in irgendwelchen stinkigen Studios verbracht. Schluss damit. Wenn das die Platte verschiebt, so soll es denn so sein. Aber ein gutes hat es ja. Der Kopf levelt sich ganz schön runter, und wie schonmal erwähnt. Es kommen Texte hervor.

Tag 9 (04.07.12) Urlaub war kurz, schön und aufbauend

Entspannung spontan um 2 Tage verlängert. Nach Hollands feinem weißen Muschelsand, kaltem aber gut riechendem Salzwasser kam gestern bei dem immer noch unglaublich schönem Wetter, baden in der Möhne plus Sonnenbrand dazu. Außerdem einfach nur hängen und sinnieren. Resultat der 2 Tage Pause und Auswirkung auf die Platte. Ich weiß´jetzt das mich die rein elektronischen Beats doch zu sehr langweilen. Die Akustik Gitarre hat neue Seiten und mal sehen was das beackcrn dieser so bringt. Nicht das ich jetzt Country machen will. Aber es bringt doch andere Harmonien wenn man so auf Gitarre schreibt. Für Klavier reichen meine Akkord Fähigkeiten nicht. Am Samstag waren wir übrigens bei Jarnø in Dortmund und das war gut. Guter Mann. Bei gestiegen Gehrinwuseln nach dem Konzert viel mir ein. „Weltraum Elektro-Schlager für Kinder“. Also für mich jetzt. Nene, so wird die Platte nicht heißen. Aber möglicherweise wird sie so klingen. Man weiß das nicht. Ein Song könnte die Bezeigung aber schon tragen.

Tag 5 (29.06.2012) Pause

Heute wird nur Text geschmiedet.
Heute Abend zu Jarnø aufs Konzert.