Tag 11 (06.07.12) Graf­fi­ti-​Skate­board-​Hard­cor­e-​Hip­Hop-​Schr­ad­del-​Weekend-​JungPunks“ in der Zeitreisestadt Dortmund

Inspirationsgänge und die Einsicht daß elektronische Musik 2012 wesentlich zu einfach herzustellen ist

Spontane Kurzreise ins nahe Dortmund. Wer braucht schon Kreuzberg wenn Dortmund vor der Haustüre liegt? Diese Stadt ist wie ein Konserve. Manches ändert sich, natürlich. Aber ich finde direkt die „geheime“ Gratisparkzone nahe der Brückstrasse. Schon 1987/88 haben die, die schon Führerschein hatten dort geparkt und dieses Geheimwissen an uns Jung-Graffiti-Sk8board-Punks weitergegeben. Die Zeit ist dort stehen geblieben. wir parkten dort, schauten uns das Graffiti an der Schule an, welches nach 23 Jahren immer noch nahezu unverändert die DoGraffitiSchule Schulwand ziert. Die Farben sind vermutlich für die Zeit üblich teils Dupil Color und vorrangig Sparvar. Wetterseite und immer noch frisch. Geiler lack, ey. Naja, vor dort aus wie früher erst mal zum Ararat Grill. vor 25 Jahren aß ich dort meinen allerersten Döber. Möglicherweise war der Ararat Grill der erste Dönermann der gesamten Welt überhaupt. Und jetzt ist der immer noch neben dem Shop Intim der ebenfalls immer noch unverändert da liegt wie ein abgeschredderter Saloon im Western. Ararat, Lammfleisch am Start! und Chili Kerne zur zarten Verfeinerung. Das ist nicht scharf gewürt, das ist ein Rausch. Leider ist etwas weiter unten AraratGrill der sagenhafte Idiots Records Laden nicht mehr da. Der Laden von Sir Hannes Smith geführt war so etwas ähnliches wie der Laden von John Cusack in High Fidelity. Nur eben für uns jungen Graffiti-Skateboard-Hardcorde-HipHop-Schraddel-Weekend-Punks. Er hat schon gesehen das es uns ernst war und uns neben Slayer, Missfits und Pullermann auch auch eine Demo Kassette von Mucky Pup in den grünen Adidas Rucksack gesteckt. Daß Mucky Pup 2 Jahre später dann ziemlich steil gehen sollten war ihm offensichtlich schon klar. Auch daß diese CrossOver-Sache das neue Ding sein sollte.

Wir schlendern also den gesamten Samstag Nachmittag durch den Einkaufsbereich von Dortmund Cidday und wundern und über das extreem geschillte Tempo welches hier gegangen, gesessen und gearbeitet wird. Im dicken B rennen sie alle wie auf nem Ameisenhaufen wo ein Tannenzapfen drauf gefallen ist. In Do hat scheint man eher die Gelassenheit zu haben die man hat wenn alle Zapfen schon eingeschlagen sind und nun halt eben nichts mehr kommt. Love!
Während der Autofahrt haben wir aufgenommene Tapes von 1986 u. 87 gehört. Electric Caffe, und Boing Bum Tschak von Kraftwerk sind da drauf. Außerdem Don‘t give Up von Peter Gabriel und natürlich West End Girls und Suburbia von den per Shop Boys. Ist schon klar warum heute alles so ist wie es ist. Das haben die ja angezettelt die da vereint auf meine Teenager Gehrinzellen eintrommelt und gesungen haben. Der ganze Trip nach Dortmund war ein perfekte Reise in die Vergangenheit. Auf der Rückfahrt haben wir uns einfach gut gefühlt. Ein etwas wehmütiger Gedanke der sich nach all dem aber einstellte war einer den ich schon lange vor mir hin und her schaukele. Elektronische Musik 2012 so derart leicht herzustellen das es an Banalität kaum zu überbieten ist. Es ist einfach keine Herausforderung, und inspirierende Zufallsergebnisse sind eher selten und mehr „Klickerkram“ als ein Einschaltfunke der den Oszillator verstimmt hat. Wenn einer versteht was ich meine soll er sich bitte melden. ich mache einen Track mit dir. Mit ’nem Laptop zu musizieren ist so beliebig. Nichts zwingt dich zu etwas, man muss keine Kompromisse eingehen, du hast alle Möglichkeiten und die Unerschöpflichkeit der Möglichkeiten verleitet einen zu ständig neunen und immer noch „geileren“ Sachen die aber eben jeder machen kann. Mein Poly61 klang in meiner 2. Wohnung in Kassel am besten. Dort gab es auch sehr interessantes Netzbrummen von deutlich unter 50Hz aus der Dose aber eine Masse war in dem Haus nicht angeschlossen. Dafür waren es auch einfach ein paar Volt und Ampere weniger und einige Teile rannten eben nicht auf vollem Saft was die Angelegenheit etwas „eierig“ machte. Ey, ich meine das ist doch logisch daß ich versuche meinem beknackten AluminiumComputer so etwas beizubringen. Und dann muss das auch noch Popmusik sein. Und die soll eingefleischten Gitarrenpunk Fans genauso gefallen wie Orbital Fans und OMD Freaks. Das ist mein Anspruch. Ob ich es jemals schaffen werde dem gerecht zu werden bleibt meine große Frage. Die Musik die ich machen will kann man glaub ich gar nicht machen ohne das sie total krude würde. Das ist seit 10 Jahren immer wieder einen Versuch wert.